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Datum: 06. February 2012 - Uhrzeit: 19:20

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Computer schließen die Fertigungskette


Werkzeug- und Formenbau: Steigende Variantenvielfalt bei sinkenden Losgrößen und individuellen Kundenwünschen zwingen Firmen zu immer flexiblerer Produktion

Quelle: VDI-Nachrichten.com

 

VDI nachrichten, Frankfurt, 3. 12. 04 -Wer reaktionsschnell produziert, hat Wettbewerbsvorteile und mehr Profit: Schnelle Wege in der Fertigung vom Entwurf über den Prototypenbau bis zur Produktion inklusive Werkzeug- und Formenbau sind deshalb Kernthema der Euromold 2004 vom 1. bis zum 4. Dezember. Steigender Computereinsatz entlang der gesamten Prozesskette und immer neue Anwendungsfelder für"s Rapid Prototyping sorgen für Diskussionsstoff und Besucherinteresse, wie sich in den Frankfurter Messehallen zeigt.

Mike Shellabear stellt klar: "Je kürzer der Weg vom ersten Design bis zum Prototypenbau und Produktionsanlauf, umso wettbewerbsfähiger sind Unternehmen, besonders am teuren Industriestandort Deutschland." Mit dem Einsatz einer durchgängigen Technologiekette eröffne sich den Firmen attraktives Potenzial zur effektiveren Wertschöpfung als bisher , so der Produktmanager beim Rapid Prototyping und -Tooling-Anbieter EOS in Krailing bei München.
Eine Einschätzung, die Eberhard Döring, Geschäftsführer des Messeveranstalters Demat bestätigt: "Trotz der anhaltend schwachen Konjunktur sind mit 1502 Ausstellern gerade einmal 28 Firmen weniger vertreten als im vergangenen Jahr. Das zeigt für Döring die Kraft, mit der sich Unternehmen rund um CAD/CAM, Prototyping wie auch Werkzeug- und Formenbau gegen die wirtschaftliche Flaute stemmen.
Eine solche Kraftquelle ist Technologie nach Maß: So sind Präzisionsformen für Thomas Eichberger "Dreh- und Angelpunkt beim Spritzgießen". Selbst für relativ einfach wirkende Produkte wie Staubsauger würden im Endeffekt oft bis zu mehrere dutzend verschiedene Produktionsformen benötigt, so der Leiter Zentrales Marketing und Vertrieb der Otto Männer GmbH auf der Euromold 2004. Gleichzeitig beobachte man im Bereich des Spritzgießens, dass sich die Kunden immer mehr auf ihre eigentlichen Kerngebiete - insbesondere Markenpflege, Marketing- und Vertriebsaufgaben - konzentrieren. "Der Formenbauer als Zulieferer und Dienstleister muss deshalb über seinen traditionellen Bereich hinaus auch Teile des Projektmanagements abdecken", betont Eichberger.
Die Spritzgieß-Spezialisten aus Bahlingen sind allerdings nicht nur mit Dienstleistung, sondern auch mit technischen Innovationen zur Euromold gereist. "Mit Moldmind haben wir eine Blackbox für SpritzgießWerkzeuge entwickelt, die ähnlich wie ein Flugschreiber wichtige Betriebsdaten aufzeichnet", erläutert Eichberger. Für das Auslesen der Daten steht eine RS-232-Schnittstelle und eine unter Windows lauffähige Software zur Verfügung. Die Daten stellt das System in Form einer Tabelle bereit, die zur Ausgabe mit Microsoft Excel oder ähnlichen Programmen genutzt werden kann.
Computerintegration entfaltet ihren Nutzen aber auch dort, wo ästhetisches Dekor als Verkaufsargument zählt. So weisen viele Gegenstände des täglichen Gebrauchs eine dekorativ genarbte Oberfläche auf. "Lederähnliche Oberflächen in Automobilen sind das bekannteste Beispiel", erklärt Antonius Köster, Inhaber des gleichnamigen Modellbaubetriebs in Meschede, auf der Euromold. Die Formen für die Herstellung solcher Bauteile müssen daher nicht nur das Negativ der Makro-Geometrie darstellen, ihre Oberfläche muss darüber hinaus auch noch das Negativ der gewünschten Narbungsgeometrie aufweisen. Früher erfolgte dies durch aufwändige, oft mehrstufige Verfahren z.B. mit Hilfe von Belederungsmodellen. Als Alternative präsentiert Köster das Direct Texturing (DT). Bei diesem Verfahren wird die einzubringende Textur in computergerechtem Format mit den herkömmlichen Geometriedaten zusammengeführt. Dabei können Verlauf, Ausrichtung und Tiefe der Textur definiert und verändert werden. Am Ende stehen 3-D-Daten zur Verfügung, mit denen die Formen direkt hergestellt werden können, so dass eine exakte Reproduzierbarkeit gewährleistet ist.
Aber auch beim Rapid Prototyping, dem schichtweisen Aufbau von Bauteilen aus 3-D-CAD-Daten, bleibt die Entwicklung nicht stehen. "Der Trend ist eindeutig. Lasersintern wird mehr und mehr als direktes Produktionsverfahren eingesetzt", weiß Martina Methner vom Produktmanagement der EOS GmbH. Zusätzlichen Schub erhalte diese als "E-Manufacturing"-Tendenz noch durch die Entwicklung neuer Werkstoffe mit verbesserten Gebrauchseigenschaften wie etwa "Alumide", einem mit Aluminium gefüllten Polyamid.
Und: Prototyping-Interessenten können mittlerweile je nach Bedarf auf etliche unterschiedliche Verfahren zurückgreifen. "Im Unterschied zu den Lasersinter-Verfahren arbeiten wir kalt mit einer Art überdimensionalem Tintenstrahldrucker", erläutert Hans-J. Konietzni, Vertriebsingenieur bei Extrude Hone GmbH in Remscheid.
Ähnlich wie beim Lasersintern erfolgt auch beim ProMetal-Prozess der Aufbau der Prototypen durch gezielte Verfestigung von dünnen Schichten eines feinen Metallpulvers, die im Bauraum mit Hilfe eines Schlittens nach und nach übereinander aufgebracht werden. Im Unterschied zu den Laserverfahren, bei denen lediglich ein einziger Strahl zum Einsatz kommt, verfügt das R2 genannte System dagegen über einen modifizierten Tintenstrahl-Druckkopf mit insgesamt 64 parallel angeordneten Düsen, welche mit einer Frequenz von 4 kHz angesteuert werden.

KLAUS VOLLRATH/KIP

 

 

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