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VDI nachrichten, Frankfurt, 3. 12. 04 -Wer reaktionsschnell produziert,
hat Wettbewerbsvorteile und mehr Profit: Schnelle Wege in der Fertigung vom
Entwurf über den Prototypenbau bis zur Produktion inklusive Werkzeug- und
Formenbau sind deshalb Kernthema der Euromold 2004 vom 1. bis zum 4. Dezember.
Steigender Computereinsatz entlang der gesamten Prozesskette und immer neue
Anwendungsfelder für"s Rapid Prototyping sorgen für Diskussionsstoff und
Besucherinteresse, wie sich in den Frankfurter Messehallen zeigt.
Mike Shellabear stellt klar: "Je kürzer der Weg vom ersten Design bis zum
Prototypenbau und Produktionsanlauf, umso wettbewerbsfähiger sind Unternehmen,
besonders am teuren Industriestandort Deutschland." Mit dem Einsatz einer
durchgängigen Technologiekette eröffne sich den Firmen attraktives Potenzial zur
effektiveren Wertschöpfung als bisher , so der Produktmanager beim Rapid
Prototyping und -Tooling-Anbieter EOS in Krailing bei München. Eine
Einschätzung, die Eberhard Döring, Geschäftsführer des Messeveranstalters Demat
bestätigt: "Trotz der anhaltend schwachen Konjunktur sind mit 1502 Ausstellern
gerade einmal 28 Firmen weniger vertreten als im vergangenen Jahr. Das zeigt für
Döring die Kraft, mit der sich Unternehmen rund um CAD/CAM, Prototyping wie auch
Werkzeug- und Formenbau gegen die wirtschaftliche Flaute stemmen. Eine solche
Kraftquelle ist Technologie nach Maß: So sind Präzisionsformen für Thomas
Eichberger "Dreh- und Angelpunkt beim Spritzgießen". Selbst für relativ einfach
wirkende Produkte wie Staubsauger würden im Endeffekt oft bis zu mehrere dutzend
verschiedene Produktionsformen benötigt, so der Leiter Zentrales Marketing und
Vertrieb der Otto Männer GmbH auf der Euromold 2004. Gleichzeitig beobachte man
im Bereich des Spritzgießens, dass sich die Kunden immer mehr auf ihre
eigentlichen Kerngebiete - insbesondere Markenpflege, Marketing- und
Vertriebsaufgaben - konzentrieren. "Der Formenbauer als Zulieferer und
Dienstleister muss deshalb über seinen traditionellen Bereich hinaus auch Teile
des Projektmanagements abdecken", betont Eichberger. Die
Spritzgieß-Spezialisten aus Bahlingen sind allerdings nicht nur mit
Dienstleistung, sondern auch mit technischen Innovationen zur Euromold gereist.
"Mit Moldmind haben wir eine Blackbox für SpritzgießWerkzeuge entwickelt, die
ähnlich wie ein Flugschreiber wichtige Betriebsdaten aufzeichnet", erläutert
Eichberger. Für das Auslesen der Daten steht eine RS-232-Schnittstelle und eine
unter Windows lauffähige Software zur Verfügung. Die Daten stellt das System in
Form einer Tabelle bereit, die zur Ausgabe mit Microsoft Excel oder ähnlichen
Programmen genutzt werden kann. Computerintegration entfaltet ihren Nutzen
aber auch dort, wo ästhetisches Dekor als Verkaufsargument zählt. So weisen
viele Gegenstände des täglichen Gebrauchs eine dekorativ genarbte Oberfläche
auf. "Lederähnliche Oberflächen in Automobilen sind das bekannteste Beispiel",
erklärt Antonius Köster, Inhaber des gleichnamigen Modellbaubetriebs in
Meschede, auf der Euromold. Die Formen für die Herstellung solcher Bauteile
müssen daher nicht nur das Negativ der Makro-Geometrie darstellen, ihre
Oberfläche muss darüber hinaus auch noch das Negativ der gewünschten
Narbungsgeometrie aufweisen. Früher erfolgte dies durch aufwändige, oft
mehrstufige Verfahren z.B. mit Hilfe von Belederungsmodellen. Als Alternative
präsentiert Köster das Direct Texturing (DT). Bei diesem Verfahren wird die
einzubringende Textur in computergerechtem Format mit den herkömmlichen
Geometriedaten zusammengeführt. Dabei können Verlauf, Ausrichtung und Tiefe der
Textur definiert und verändert werden. Am Ende stehen 3-D-Daten zur Verfügung,
mit denen die Formen direkt hergestellt werden können, so dass eine exakte
Reproduzierbarkeit gewährleistet ist. Aber auch beim Rapid Prototyping, dem schichtweisen Aufbau von Bauteilen aus
3-D-CAD-Daten, bleibt die Entwicklung nicht stehen. "Der Trend ist eindeutig.
Lasersintern wird mehr und mehr als direktes Produktionsverfahren eingesetzt",
weiß Martina Methner vom Produktmanagement der EOS GmbH. Zusätzlichen Schub
erhalte diese als "E-Manufacturing"-Tendenz noch durch die Entwicklung neuer
Werkstoffe mit verbesserten Gebrauchseigenschaften wie etwa "Alumide", einem mit
Aluminium gefüllten Polyamid. Und: Prototyping-Interessenten können
mittlerweile je nach Bedarf auf etliche unterschiedliche Verfahren
zurückgreifen. "Im Unterschied zu den Lasersinter-Verfahren arbeiten wir kalt
mit einer Art überdimensionalem Tintenstrahldrucker", erläutert Hans-J.
Konietzni, Vertriebsingenieur bei Extrude Hone GmbH in Remscheid. Ähnlich wie
beim Lasersintern erfolgt auch beim ProMetal-Prozess der Aufbau der Prototypen
durch gezielte Verfestigung von dünnen Schichten eines feinen Metallpulvers, die
im Bauraum mit Hilfe eines Schlittens nach und nach übereinander aufgebracht
werden. Im Unterschied zu den Laserverfahren, bei denen lediglich ein einziger
Strahl zum Einsatz kommt, verfügt das R2 genannte System dagegen über einen
modifizierten Tintenstrahl-Druckkopf mit insgesamt 64 parallel angeordneten
Düsen, welche mit einer Frequenz von 4 kHz angesteuert werden.
KLAUS VOLLRATH/KIP
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